Sommerkräuter: Dost, Schafgarbe und Bohnenkraut

Mitte Juli steht die Wiese in voller Blüte. Drei Kräuter, die wir jetzt schneiden und trocknen, weil sie im Herbst zum Lamm und zur Wurst gehören.

Im Juli ist der Kräutergarten eine Nebensache, die Wiese ist die Hauptsache. Auf der oberen Weide, dort, wo die Schafe im Frühjahr nicht waren, blüht alles gleichzeitig, und drei Pflanzen davon ernten wir jedes Jahr für die Küche. Geschnitten wird an einem trockenen Vormittag, nachdem der Tau weg ist, und getrocknet im Bund unter dem Dach des Stalls, wo es Luft hat, aber keine Sonne.

Dost, der wilde Majoran

Dost ist der wilde Bruder des Oregano und wächst an sonnigen Rändern, rosa blühend, zwischen Ende Juni und August. Er schmeckt milder als der Oregano vom Balkan und passt genau deshalb in die Bratwurst und an das Lamm. Wir schneiden ihn mit den Blüten, weil die am stärksten riechen, und rebeln ihn erst kurz vor dem Gebrauch von den Stängeln.

Schafgarbe auf der oberen Weide. Die Schafe fressen sie gern, und das ist kein Zufall: Sie hilft ihnen bei der Verdauung.
Schafgarbe auf der oberen Weide. Die Schafe fressen sie gern, und das ist kein Zufall: Sie hilft ihnen bei der Verdauung.

Schafgarbe

Sie heißt so, weil die Schafe sie fressen, und sie tun es aus gutem Grund; die Bitterstoffe helfen bei der Verdauung. In der Küche nehmen wir die jungen Blätter, gehackt, in Topfen, in Suppe und in die Lammhaxe, und ein paar Blüten in den Schnaps. Sie ist bitter, also sparsam. Getrocknet wird die Schafgarbe zum Tee, der nach einem fetten Essen den Magen beruhigt, und am Thementag Schaf steht ein Krug davon auf dem Tisch.

Bohnenkraut

Das Sommer-Bohnenkraut sät sich bei uns selbst aus und steht jetzt kniehoch. Es heißt Bohnenkraut, weil es Bohnen bekömmlich macht, und aus demselben Grund gehört es zu Schweinefleisch mit Kraut, zu Blunzen und in die Sulz. Wir trocknen es im Bund und mahlen es im Herbst mit Salz und Wacholder zu unserem Wurstsalz.

Und was wir stehen lassen

Johanniskraut, weil die Schafe es nicht vertragen und wir es lieber für die Salbe im Ölansatz haben. Das Jakobskreuzkraut, weil es giftig ist und wir es ausreißen, wo wir es sehen. Und den Klee, weil der den Schafen gehört.

Wie es im Herbst weitergeht, steht in Kräuter im Herbst: Was jetzt noch wächst.